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Was passiert, wenn traditionelle Volksmusik auf Elektronische Musik trifft? Wie lässt sich ein Jodler mit einer knackigen Baseline verheiraten? TB303 oder Zither und Hackbrett?

Diese Frage stellten wir den TeilnehmerInnen diese Musikbewerbes, die aus zwei traditionellen Volksmusik-Tonbeispielen - einem gesungenen Jodler und einem instrumentalen Volksmusikstück - auf elektronischem Wege experimentieren und etwas gänzlich ‚Neues’- nämlich Voixtronik - kreieren sollten.

Ein Projektteam aus jungen, selbst am PC praktizierenden KomponistInnen setzte diese Idee in die Tat um. So waren es letztendlich Haydee Jimenez aus Mexiko, Barbara und Teresa Meikl, sowie Michael Seidl und Martin Bauer aus Salzburg, die voll Begeisterung von der Erstellung der Homepage bis hin zur Gestaltung des Gewinnerabends und einer CD dieses Projekt in Angriff nahmen.

Die Tennkoglmusi sowie die beiden Sängerinnen Maria Thurner und Rosmarie Wallner aus dem Pongau übernahmen den volksmusikalischen Teil und stellten sich neben den FachexpertInnen auch als Jurymitglieder zur Verfügung.

Der Voixtronik Remix Contest des Salzburger VolksLiedWerkes bot jungen innovativen KlangforscherInnen die Möglichkeit, ausgewählte Volksmusikstücke in den Kontext der heutigen modernen elektronischen Musikkultur zu transferieren.

Ziel des Projektes war die Förderung einer intensiven Auseinandersetzung junger KomponistInnen, die sich elektronischer Musik widmen, mit traditioneller Volksmusik. Es sollte also ‚altes Gut’ mittels zeitgemäßer Technologien neu interpretiert werden.

Das Interesse an dieser eigens für diesen Wettbewerb eingerichteten Voixtronik-Homepage war groß! Aus über 3500 Zugriffen von 530 unterschiedlichen Rechnern weltweit erhielten wir 28 Einsendungen - davon etliche aus dem Ausland.

Diese Remixes wurden dann einer ausgewählten Jury aus Fachleuten und den InterpretInnen des traditionellen Ausgangsmaterials zur Bewertung  - unabhängig voneinander - zur Verfügung gestellt.

Die jeweils drei Besten aus den beiden Kategorien vokal und instrumental kamen schließlich am 17. Okt. 2008 zum öffentlichen Schlussvoting in das ORF Landesstudio Salzburg, das mit seinen Mitarbeitern dieses Pilotprojekt medial begleitete und bestens unterstützte.

Aus der traditionellen Volksmusik kommend, war es für uns vom SVLW spannend, wie die elektronischen Bearbeitungen klingen und wie die Künstler an dieses volksmusikalische Material herangehen würden. Im Interview mit Manfred Baumann und Philipp Meikl am Abend bei der Siegerermittlung erzählten sie u.a. davon, dass diese Volksmusik von ihnen als „seelenvolle“ Musik empfunden wurde.

So war in allen vorgestellten Bearbeitungen der äußerst sensible Umgang mit der Ausgangsmusik spürbar. Das zeigte auch der Umstand, dass die Teilnehmer im Schnitt eine Woche für die Bearbeitung eines Samples benötigten. Für die Jury war es daher kein leichtes Unterfangen, die beiden Sieger zu küren:

Gewinner der Kategorie „Vokal“ wurde Martin Löcker aus Seekirchen; in der Kategorie „Instrumental“ gewann Roman Gerold aus der Steiermark. Beide Gewinner erhielten ein Preisgeld von je € 1000,- - gestiftet von Cable Link by Salzburg AG.

Unser Dank gilt neben dem Projektteam und den unterstützenden Firmen und Institutionen (Firma Cable Link by Salzburg AG, ORF Landesstudio Salzburg, Bayrisch Salzburger Elektronikkreis, Verein Akzente sowie den Referaten Volkskultur und Jugend im Land Salzburg) und allen TeilnehmerInnen am Voixtronik Wettbewerb für ihre hervorragenden Arbeiten.

Mit diesem erfolgreichen und zukunftsweisenden Projekt wurde ein Weg aufgezeigt, die Volksmusik mittels PC neu zu entdecken und im Verständnis von „Hausmusik“ zu interpretieren.

Roswitha Meikl, Salzburger Volksliedwerk